Chicorée – bitterleichtes Gemüse

Während der Chicorée im 19 Jahrhundert noch ein Dasein als billiger Kaffeeersatz, dem Zichorienkaffee fristen mußte, ist das kleine grüne Gemüse heutzutage in allen Supermärkten zu finden.

Chicorée gehört zu der Familie der Korbblütler und stammt von der wilden Zichorie ab. Obwohl seine Hauptsaison von November bis April geht, ist Chicorée bei uns heute ganzjährlich erhältlich. Vor allem wird das Gemüse heute in Belgien, Frankreich und den Niederlanden hauptsächlich im Winter angebaut, da die Knospen Kälte brauchen um auszutreiben. Chicorée war, wie vieles Gemüse auch, eine reine Zufallsentdeckung aus dem 19 Jahrhundert. Damals ließen Bauern Zichorienwurzeln in der Erde ihres Gewächshauses überwintern, aus denen die ersten Knospen sprossen.

Bevor der Chicorée zum Chicorée wird, werden die Wurzeln auf dem Feld gezogen und anschließend in dunklen kühlen Räumen für mindestens 2 Wochen gelagert. Erst nach 3-4 Wochen treibt der Chicorée aus und es entwickelt sich das uns bekannte Gemüse. Chicorée findet man in rot und weiß. Während der weiße Chicorée angenehm bitter schmeckt, hat der rote Chicorée einen milderen und würzigeren Geschmack.

Auch gesundheitlich hat das Powergemüse einiges zu bieten. Chicorée punktet unter anderem mit zahlreichen Vitaminen. Vitamin C, B1 und B2 sowie Ballaststoffe sind in dem grünen Wintergemüse reichlich vorhanden. Seinen leicht bitteren Geschmack verdankt er dem Bitterstoff Lactucopikrin oder auch „Intybin, der die Bauchspeicheldrüse anregt und eine gesunde Verdauung unterstützt. Als kalorienarmes Gemüse ist es in Diäten sehr beliebt, da es es gerade einmal auf 17 kcal pro 100gr schafft.

Da Chicorées einen sehr bitteren Geschmack annehmen können, passt er hervorragend zu deftigen Herbst- und Wintergerichten, wie Fleisch, Fisch oder zu Eintöpfen und Aufläufen. Auch harmoniert das bittere Gemüse besonders mit Zitrusfrüchten, wie Orangen, Mandarinen oder Ananas, da sie den leicht bitteren Geschmack mildern. Daher wird er auch besonders gerne als Salat gegessen.

Um den Geschmack zu mildern bedarf es nur einem Trick. Wird der Strunk großflächig herausgeschnitten, werden nämlich die meisten Bitterstoffe entfernt. Um die Bitterstoffe zu mildern können die Blätter auch einige Minuten in lauwarmes Wasser gelegt werden. Wer aber die gesamte Wirkung des bitteren Gemüses genießen möchte, sollte den Chicorée ganz lassen. Glücklicherweise zählt der Chicorée nämlich noch zu den wenigen Gemüsesorten, denen durch Züchtung noch nicht die Bitterstoffe entzogen wurden. Da Chicorée bei Licht sofort wieder austreiben würde, wird das dunkle Gemüse in geschlossenen Holzkisten in der Gemüseabteilung gelagert. Schon nach wenigen Stunden im Licht würde sich das Gemüse nämlich grün färben und einen ziemlich bitteren Geschmack annehmen, da sich der Bitterstoff Lactucopikrin entwickeln würde. Im dunklen Gemüsefach aber lässt sich der Chicorée bis zu 4 Tagen lagern.

 

Wir können die ersten Sonnenstrahlen gar nicht mehr abwarten… Vorfreude auf den Frühling beschert uns der mild-knackige bunte Chicoréesalat.

 

EDEKA Rezeptidee: Bunter Chicoréesalat

 

 

 Chicorée Salat

 

 

 

Rezeptinformationen

Zutaten für: 4 Portionen

Zubereitungszeit: 15 Min

Fertig in: 15 Min

 

 

 

 

 

 

Für den Salat:

  • 1 
Chicorée, rot
  • 1 
Chicorée, gelb
  • 1 
Orange
  • 1 Handvoll 
Rucola

 

Für das Dressing:

  • 1 Bund 
Schnittlauch
  • 50 ml 
Orangensaft
  • 2 EL 
Rapsöl, kalt gepresst
  • 100 ml 
Joghurt
  • Pfeffer
  • Salz

 

Dazu:

  • 4 
Vollkornbrötchen
  • 4 Scheiben 
Taleggio (ital. Weichkäse)

 

Zubereitung:

  1. Chicorée in Streifen schneiden. Orange filetieren, Rucola in mundgerechte Stücke schneiden. Alles auf 4 Tellern anrichten.
  2. Schnittlauch in Röllchen schneiden und mit den übrigen Dressingzutaten verrühren, abschmecken und über dem Salat verteilen.
  3. Dazu Vollkornbrötchen mit Schnittkäse servieren.

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